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Landwirte mit Leib und Seele: Familie Maurer vom Scharlhof in Bad Feilnbach

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Das Bild zeigt einen älteren Mann, der auf einem Feld in ländlicher Umgebung steht. Er trägt einen Strohhut und ein kariertes Hemd und hält eine Sense in seinen Händen, die er sorgfältig betrachtet.

Wegen seines milden Klimas und der vielen Obstbäume wird Bad Feilnbach im Landkreis Rosenheim auch „bayerisches Meran“ genannt. Der Heilkurort ist bekannt für seine spezialisierten Moorheilbäder und die Qualität der Torfvorkommen. Neben den Kur- und Gesundheitseinrichtungen prägen traditionsreiche Familienbetriebe die Wirtschaft. Darunter der Hof der Familie Maurer, am Ortsrand direkt unterhalb des Farrenpoints, einem beliebten Wanderziel im Wendelsteingebiet.

Die landwirtschaftliche Leidenschaft der Familie Maurer

„Das erste Wort, das Michael gesagt hat, war nicht Mama oder Papa, sondern Kuh“. Daran erinnert sich der fast 80-jährige Vitus Maurer noch immer lebhaft. Heute überlässt Vitus die Hofarbeit größtenteils Michael, der mit Leib und Seele Landwirt ist. Michaels Frau Andrea ist eigentlich Hotelfachfrau und mochte ihren Beruf. „Ich habe dort viel Spaß gehabt, aber tauschen würde ich nicht mehr wollen“, sagt die Quereinsteigerin. „Die Landwirtschaft ist mein Leben. Es ist die ganze Atmosphäre am Hof, weswegen wir immer gute Laune haben. Wir sind einfach von Natur aus fröhliche Leute.“

Die nächste Generation: Landwirtschaft mit Zukunft

Mit dieser Grundeinstellung haben sie auch die nächste Generation angesteckt, vor allem Michael jun., der vom Vater mehr als nur den Namen geerbt zu haben scheint. Vor ein paar Jahren habe er angefangen, sich zunehmend für die Landwirtschaft zu interessieren, erklärt er, obwohl er gerade erst ins Teenageralter gekommen ist: „Meine liebsten Arbeiten am Hof sind Kreiseln und Schwadern. Traktor generell.“ Dass er später Bauer wird, versteht sich für ihn von selbst.

Vielfalt und Respekt vor jedem Tier

Der Hof, dessen Dachstuhl die Jahreszahl 1905 trägt, hat sich viel von seinem alten Charme bewahrt. Es gibt 30 Milchkühe und 22 Rinder in der Nachzucht. Die Familie Maurer setzt auf Vielfalt und Respekt vor jedem Tier, was auch das Scheren der Kühe einschließt, um sie sauber und kühl zu halten. „Früher hatten wir keine Alm“, erinnert sich Vitus Maurer. „Da ist dann ein- oder zweimal im Jahr das Futter doch knapp geworden.“ Für seinen Sohn ist es eine Erleichterung, dass inzwischen eine Alm gepachtet wurde, die auch über einen Wasseranschluss verfügt, sodass das aufwändige Anfahren von Wasser für die Kälber entfällt. Nun kann auch genügend Futter bevorratet werden, das inzwischen in einem luftdichten Silo gelagert wird anstatt im Schuppen, wo es infolge der zunehmenden Trockenheit zu leicht in Brand geraten könnte.

Starke Partnerschaften und zukunftsorientierte Landwirtschaft

Freilich braucht es für die eigenen Erzeugnisse zuverlässige Abnehmer, die die Qualität der Produkte zu schätzen wissen. „Als wir mit Bergader zusammengekommen sind, hat mich das richtig gefreut“, erklärt Michael. „Bei der ersten Versammlung der Molkerei hat die oberste Chefin von Bergader jeden Landwirt persönlich begrüßt. Das kannte ich vorher so nicht.“ Als Haupthemmnis betrachtet er neben dem Preisdruck die überbordende Bürokratie. Sein Vater Vitus formuliert das weniger diplomatisch. „Von jemanden, der noch nie eine Kuh gemolken oder den Stall ausgemistet hat, möchte ich mir nicht vorschreiben lassen, wie ich meine Arbeit korrekt erledige.“

Das tägliche Engagement für Qualität und Nachhaltigkeit

Und dennoch ist Familie Maurer mit Leidenschaft und Überzeugung bei der Sache: „Urlaub gibt es ganz selten. Wir sind 24 Stunden für den Hof da, ganz gleich, ob Feiertag oder Wochenende, an 365 Tagen im Jahr“, erklärt Schwiegertochter Andrea. Sie würde sich freuen, wenn noch mehr Menschen zu schätzen wüssten, woher die Lebensmittel kommen und wie viel Arbeit und Einsatz in ihrer Herstellung stecken.

Das Foto zeigt eine Frau mittleren Alters, die vor einem rustikalen, hölzernen Hintergrund steht. Sie trägt ein kariertes Hemd in Pink und hat ein freundliches Lächeln.

Andrea (kleines Foto) und Michael Maurer versorgen auf ihrem Hof 30 Milchkühe und 22 Rinder. Auch wenn die Arbeit körperlich anstrengend ist, können sich beide kein schöneres Leben vorstellen.