Der Kreis Neuwied will bis 2050 emissionsfrei sein

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Landrat Achim Hallerbach (r.) und Klimaschutzmanagerin Janine Sieben freuen sich, dass Dipl.-Ing. Martin Knopp von der Verbraucherzentrale jetzt auch wieder in der Kreisverwaltung kostenlose Energieberatungen anbieten kann.

Kommunen und Kreisverwaltung arbeiten an zahlreichen Projekten

Bereits im Jahr 2011 verfasste der Kreis Neuwied unter der Beteiligung der Stadt sowie der sieben Verbandsgemeinden sein Leitbild mit dem Titel „Null-Emissions-Landkreis Neuwied“. Im daraufhin erstellten Klimaschutzkonzept wurde das Ziel festgelegt, spätestens bis zum Jahr 2050 einen bilanziellen Emissionswert von Null zu erreichen. Dass der Weg dahin noch recht weit ist, zeigen die Zahlen aus dem Jahr 2019. Hier betrug der Energieverbrauch im Kreis gute 5 Millionen Megawatt, die Emission von Treibhausgasen umgerechnet rund 1,6 Millionen Tonnen CO2. Vor allem die fossilen Brennstoffe aus Öl und Gas hatten einen erheblichen Anteil daran.

Grund genug für die Kommunen im Kreis, umfassende Projekte zu entwickeln, um diesen Wert in den kommenden knapp dreißig Jahren auf den Nullpunkt zu bringen. Das geschieht in Eigenverantwortung der einzelnen Gemeinden und Städte im Kreis, einen Gesamtüberblick, mit welchen lokalen Maßnahmen da geplant wird und wie der Stand der aktuellen Umsetzung ist, gibt es aus Sicht der Kreisverwaltung nicht. Sie trägt aber selbst zum Erreichen des Ziels bei. So werden kreiseigene Liegenschaften weiterhin nach energetischen Gesichtspunkten saniert und der Anteil an Photovoltaikflächen durch Neuinstallationen u.a. auf den Dächern der Schulen im Kreis vergrößert.
Seit Anfang des Jahres erhebt die Kreisverwaltung Daten für ein Klimaanpassungskonzept, welches zusätzlich zum Klimaschutzmanagement die zukünftigen Schritte vorbereitet.

Ein größeres Projekt des Kreises ist für 2024 geplant. Die Abfallwirtschaft wird eine eigene Grünschnittaufbereitungsanlage errichten. Hier sollen dann Grünschnittabfälle von Ast-Sammelplätzen auch kreisübergreifend zur Holzhackschnitzeln für die Energiegewinnung aufbereitet werden. Im Rahmen dieses Projektes werden auch aktuell die Möglichkeiten für die Biogas- und Wasserstoffproduktion und Verwertung geprüft.

Angelaufen ist inzwischen auch eine Kampagne mit dem Titel „Solarbotschafter“. Hier stehen derzeit 30 Fachleute allen Bürgerinnen und Bürgern des Kreises zur Verfügung, um im Rahmen einer Art „Nachbarschaftsberatung“ Fragen zum privaten Einsatz der Photovoltaik zu geben. Eine Ergänzung dieser Initiative für Fragen zu Heizungstechnik, Wärmepumpen und Solarthermie soll im nächsten Jahr durch den Einsatz von „Wärmebotschaftern“ erfolgen. Darüber hinaus gibt es bereits regelmäßige Veranstaltungen und Veröffentlichungen u.a. mit dem Titel „Klimafit-Kurs“ oder „Kannst du dir sparen“, wo Tipps zur Energieeinsparung und CO2-Verminderung gegeben werden. Speziell auf Mieter und Eigentümer sind die kostenfreien Energieberatungen der Verbraucherzentrale in der Kreisverwaltung ausgerichtet. Abgerundet wird das Angebot durch Aktionen wie dem „Stadtradeln“, der „Tabula Rasa Müllsammelaktion“ und stetige Umweltbildungsprogramme für Schulen und Kindergärten. Um diese Klimaschutzprojekte transparent für die Bürgerinnen und Bürger zu machen, wird es demnächst in Zusammenarbeit mit der Energieagentur des Landes ein internetbasiertes Klimaschutzportal geben, über das sich die Interessierten nicht nur informieren können, sondern Möglichkeiten aufgezeigt werden, wie man sich aktiv im Kreis Neuwied beteiligen kann.

Von abo
Foto: Kreisverwaltung Neuwied

Mehr zum Klimaschutz im LK Neuwied findet man im Web.

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