Wenn es nach Weihnachten duftet – die Tradition des Plätzchenbackens Vom Luxusgebäck zum Familienritual

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Wenn es nach Weihnachten duftet – die Tradition des Plätzchenbackens Vom Luxusgebäck zum Familienritual

Sobald Bleche klappern, Teig ausgestochen wird und der Duft von Vanille und Zimt durchs Haus zieht, kündigt sich die Adventszeit an. Plätzchenbacken ist eines der traditionsreichsten Rituale – eine Praxis, die seit Jahrhunderten gepflegt wird und jedes Jahr Erinnerungen neu aufleben lässt.

Von Klosterküchen und Königshäusern

Weihnachtliches Gebäck hat seinen Ursprung im Mittelalter. In Klöstern wurden zu Festtagen Honigkuchen und Mandeltaler gebacken – ein Symbol für Freude und Fülle. Zucker und Gewürze wie Zimt oder Nelken waren wertvoll und galten als Zeichen von Wohlstand, weshalb nur wohlhabende Familien sie nutzen konnten.

Erst im 19. Jahrhundert wurde Backen für alle erschwinglich. Der Zuckerpreis sank, Backpulver hielt Einzug, und auch in bürgerlichen Küchen dufteten die ersten Plätzchen. Aus seltenem Luxus wurde ein Familienritual – ein Sinnbild für Gemeinschaft.

Backen als Herzenssache

Plätzchenbacken ist ein Stück Familiengeschichte. Jede Generation bringt eigene Traditionen ein: alte Rezeptbücher mit Butterflecken, Kinder mit Mehl im Haar, neue Ideen neben überlieferten Klassikern. Viele heben Lieblingsrezepte auf Karteikarten auf, versehen mit kleinen Notizen wie „mehr Zimt“ oder „nicht zu dünn ausrollen“. Diese Zettel sind Erinnerungen, die weitergegeben werden – von Hand zu Hand.

Tradition trifft Zeitgeist

Heute ist die Vielfalt groß: klassische Butterplätzchen, vegane Varianten, glutenfreie oder zuckerreduzierte Rezepte. Viele setzen auf Natürlichkeit – Nüsse, Hafer, Dinkel oder fair gehandelte Gewürze. Backen wird zur kleinen Auszeit vom Alltag, ein Moment, in dem Zeit keine Rolle spielt.

Wenn das letzte Blech aus dem Ofen kommt und der Duft durchs Haus zieht, zeigt sich: Es sind nicht die Zutaten, die Weihnachten ausmachen – es ist das gemeinsame Tun.

Zwei Rezepte mit Geschichte und Herz

Vanillekipferl – der Duft der Kindheit

Zart, buttrig und empfindlich – Vanillekipferl sind ein Klassiker des Weihnachtsgebäcks und wecken Erinnerungen an frühere Adventstage.

Zutaten:
250 g Mehl, 210 g Butter, 100 g gemahlene Mandeln, 80 g Zucker, 1 Päckchen Vanillezucker, 1 Prise Salz, Puderzucker + Vanillezucker zum Wälzen

Zubereitung:
Mehl, Mandeln, Zucker, Vanillezucker und Salz mischen. Butter in Stückchen zugeben und zu einem glatten Teig verkneten.
1 Stunde kühlen. Kipferl formen, auf Backpapier legen und bei 175 °C (Ober-/Unterhitze) 10–12 Minuten backen.
Noch warm in Puderzucker-Vanillezucker-Mischung wälzen.

Tipp:Nach zwei bis drei Tagen besonders mürbe.

Schokoladenmakronen – schnell, saftig, gut

Diese schokoladigen Makronen gelingen ohne Mehl und eignen sich ideal für die Adventswoche oder als Geschenk.

Zutaten:
3 Eiweiß, 150 g Zucker, 200 g gemahlene Haselnüsse, 2 EL Kakao, 1 TL Zimt, 1 Prise Salz

Zubereitung:
Eiweiß mit Salz steif schlagen, Zucker einrieseln lassen. Nüsse, Kakao und Zimt unterheben.
Mit zwei Teelöffeln Häufchen aufs Blech setzen und bei 160 °C (Umluft) etwa 15 Minuten backen.
Abkühlen lassen.

Tipp: In der Dose bis zu drei Wochen haltbar.

Fünf Tipps fürs perfekte Plätzchenbacken

  • Teig kühlen: Mindestens eine Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.
  • Aromen früh einarbeiten: Gewürze und Schalen direkt in den Teig geben, idealerweise über Nacht ziehen lassen.
  • Gleichmäßig ausrollen: Teighölzer oder Lineal als Abstandshalter nutzen.
  • Auf Sicht backen: Goldgelb statt dunkelbraun – jeder Ofen bäckt anders.
  • Richtig lagern: Vollständig auskühlen lassen, Sorten getrennt lagern, ein Apfelstück hält Plätzchen weich.