März 16, 2026 3 min lesen.
Die Niedax Group, einer der führenden Hersteller für Elektroinstallationslösungen und Kabelverlegesysteme, hat ihren Technologie Campus sowie das dazugehörige Experience Center „Synnoscape“ eröffnet. Sogar Bundeskanzler Friedrich Merz war zu diesem Anlass angereist.
Mit dem Synnoscape am Standort in Neustadt/Wied-Rahms (Rheinland-Pfalz) schafft das Familienunternehmen einen zentralen Ort, an dem moderne Technologien für bundesweite Infrastrukturprojekte erlebbar sind und ganzheitlich geplant werden können. Bruno Reufels, CEO der Niedax Group, erläuterte die Zielsetzung: „Gemeinsam mit unseren Partnerunternehmen verknüpfen wir hochwertige, innovative Lösungen, die es für eine sichere, resiliente und zukunftsfähige digitale Infrastruktur braucht. Dieses gebündelte, interdisziplinäre Know-how ist einzigartig in Deutschland.“
Von Rahms aus sollen künftig Infrastrukturprojekte in Deutschland und Europa initiiert und gesteuert werden. Der Niedax Technologie Campus ist auf einem Gelände von mehr als 100.000 Quadratmetern als langfristig wachsender Innovationsstandort angelegt. Die Investitionssumme für die geplanten Infrastrukturprojekte soll laut Reufels rund 10 Milliarden Euro umfassen, rund 500 neue Arbeitsplätze sollen in Rahms entstehen. Der Niedax-Chef hob insbesondere zwei Großprojekte hervor: „Neben dem Aufbau eines resilienten, hochleistungsfähigen Glasfasernetzes entlang von rund 33.000 Kilometern Bahnschiene wollen wir gemeinsam mit weiteren Unternehmen die Entwicklung kleiner und mittelgroßer Datenzentren als Herz und Hirn der digitalen Infrastruktur vorantreiben.“
Die offizielle Eröffnung erfolgte durch Bundeskanzler Friedrich Merz, gemeinsam mit Niedax-CEO Bruno Reufels, dem rheinland-pfälzischen CDU-Spitzenkandidaten für die Landtagswahl, Gordon Schnieder, sowie Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder. Der Besuch des Bundeskanzlers unterstreicht die wirtschaftspolitische Relevanz der geplanten Infrastrukturprojekte, insbesondere vor dem Hintergrund erheblicher Sicherheitsmängel in der kritischen Infrastruktur, auf die das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hinweist. Vor Ort informierte sich Merz über die technologischen Ansätze und die strategische Ausrichtung der Niedax Group.
In seiner Rede vor mehr als 200 Gästen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft betonte der Bundeskanzler die Bedeutung des Familienunternehmens für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Er sagte: „Niedax schafft in einem Mikrokosmos das, was wir auf nationaler Ebene in einem Makrokosmos schaffen müssen. Vor diesem Hintergrund ist das Vorhaben der Niedax Group, gemeinsam mit ihren Partnern ein resilientes, nachhaltiges und hochleistungsfähiges Infrastruktur-Netz zu schaffen, von entscheidender Bedeutung.“
Das Unternehmen könne damit den Glasfaserausbau in Deutschland voranbringen – und gleichzeitig die kritische Infrastruktur vor Angriffen schützen, denn die Gefährdung sei real, wie der Anschlag auf das Stromnetz in Berlin gezeigt habe: „Wir brauchen Unternehmen wie dieses, das technologisch in der Lage ist, den Schutz der Infrastruktur zu leisten.“
Das Experience Center namens Synnoscape verdeutlicht den Zusammenhang zwischen technologischer Innovation, wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit und geopolitischer Stabilität. Moderne Glasfasernetze, sichere Energieversorgung und leistungsfähige Rechenzentren gelten als Grundvoraussetzung für Wettbewerbsfähigkeit, Sicherheit und nachhaltiges Wachstum in Deutschland und Europa. Thematisch reicht das Spektrum von erneuerbaren Energien und Glasfaser- sowie Netzinfrastrukturen über Datencenter, Tiefbau und Kabelzug, Sicherheits- und Notstromsysteme bis hin zur digitalen Schiene und KI-gestützten Technologien. Die Inhalte werden sowohl im Experience Center als auch auf dem Außengelände präsentiert. Perspektivisch ist auf angrenzenden Flächen zudem der Bau einer Produktionsstätte für Glasfaser-Kabelkanäle vorgesehen. Projektionen, Audio-Elemente, Hardware und interaktive Formate zeigen in den einzelnen Themenbereichen, wie Energie, Daten und Technologie ineinandergreifen. Die Partnerunternehmen des Synnoscape verfügen über eigene Flächen und bringen ihre jeweilige Expertise ein. So entsteht ein Netzwerk, das Infrastruktur nicht isoliert betrachtet, sondern als integriertes Gesamtsystem versteht.
Die Niedax Group ist Mutterkonzern der 2025 gegründeten Netz 33 GmbH, die den Aufbau des bundesweiten resilienten Glasfaser-Backbonenetzes mit einer Länge von rund 33.000 Kilometern plant. Die hochvermaschte Netzarchitektur mit mehrfach redundanten Verbindungen der Netzknoten und dem Einsatz moderner Technologien soll ein hohes Maß an Ausfallsicherheit und Zukunftsfähigkeit gewährleisten. Das Glasfasernetz der Netz 33 GmbH ist auf sichere, resiliente und hochleistungsfähige Datenverbindungen ausgelegt, auch in Krisen- oder Bedrohungslagen, und erfüllt die Vorgaben von NIS2 sowie des künftigen KRITS-Dachgesetzes. Mehr als 300 Ringstrukturen sollen dafür sorgen, dass selbst bei Ausfällen, Störungen oder gezielter Sabotage eine zuverlässige Konnektivität gewährleistet bleibt, heißt es vom Unternehmen. Damit stünden ausreichend Ausweichmöglichkeiten zur Verfügung, um im Störungs- oder Angriffsfall reagieren zu können.
Der Besuch des Bundeskanzlers zeigt, dass das Vorhaben zur Absicherung der digitalen Infrastruktur auf aktuelles politisches Interesse trifft. Denn seit Januar befasst sich die Bundesregierung mit der „Agenda für Resilienz und mehr Souveränität“, die nach dem Anschlag auf das Berliner Stromnetz initiiert wurde. Eine Situation, die bei Unternehmen wie der Niedax Group und ihren Partnern begründete Hoffnung auf eine Förderung ihrer geplanten Milliardeninvestitionen weckt.
„Der Schutz der Infrastrukturen ist einer der wichtigsten Aufgaben, die die Bundesregierung leisten muss.“ ~ Bundeskanzler Friedrich Merz
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