Oktober 28, 2024 2 min lesen.
Das Thema Tempo 30 in Innenstädten ist umstritten. Während Befürworter auf eine Verbesserung der Lebensqualität und Verkehrssicherheit setzen, fürchten Kritiker Einschränkungen der Mobilität. Die kürzliche Entscheidung des Bundesrats erleichtert es Kommunen, Tempo-30-Zonen einzurichten, insbesondere bei Schulwegen, Zebrastreifen und in Wohngebieten. Damit könnten auch Hauptverkehrsstraßen von dieser Regel betroffen sein, was der Automobilclub von Deutschland (AvD) als schleichende Einführung eines allgemeinen Tempolimits sieht.
Herbert Engelmohr, Verkehrsexperte des AvD, stellt die Wirksamkeit solcher Zonen in Frage. Er argumentiert, dass an neuralgischen Punkten wie Schulen oder Altenheimen ein Tempolimit sinnvoll sein kann, doch auf Hauptverkehrsachsen sei der Nutzen fraglich. Die Maßnahme könnte den Verkehrsfluss verlangsamen, ohne relevante Sicherheitsvorteile zu bringen. Stattdessen fordert der AvD eine verstärkte Analyse der Verkehrsdaten, um bedarfsgerechte Lösungen zu entwickeln.
Moritz Petry vom Gemeinde- und Städtebund Rheinland-Pfalz (GStB) sieht hingegen Potenzial in der Reform. Er plädiert dafür, die Gesetzesänderung zu nutzen, um innovative Verkehrsmodelle umzusetzen, die auf die lokalen Bedürfnisse abgestimmt sind. Ein wichtiger Ansatz sei die Nutzung moderner Technologien wie Künstlicher Intelligenz (KI), um Ampelphasen zu optimieren und stauanfällige Strecken zu entlasten. Diese Maßnahmen könnten Verkehrsprobleme effektiver lösen als starre Tempolimits.
Während viele Befürworter von Tempo 30 eine Senkung der Unfallzahlen erwarten, bleibt Petry skeptisch und verweist auf moderne Fahrassistenzsysteme in Fahrzeugen, die eine größere Wirkung auf die Verkehrssicherheit haben. Auch unter Umweltgesichtspunkten sei Tempo 30 nicht optimal. Engelmohr vom AvD argumentiert, dass „grüne Wellen“, die für einen gleichmäßigen Verkehrsfluss sorgen, die Emissionen stärker reduzieren würden als Tempolimits.
Ein Tempolimit kann für kurierbasierte Dienstleistungen wie Taxis oder Lieferdienste problematisch sein, da es die Effizienz beeinträchtigen könnte. Laut Engelmohr sind gesonderte Ladezonen und weitere Infrastrukturmaßnahmen notwendig, um diese Unternehmen zu unterstützen, ohne dass sie zum Verkehrshindernis werden. Nur durch eine differenzierte Herangehensweise ließe sich ein sinnvolles Gleichgewicht zwischen Mobilität und Sicherheit finden.
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