Wichtige (Brau-)Zutaten für ein Erfolgsrezept

Oktober 27, 2023 3 min lesen.

Jens Geimer, geschäftsführender Gesellschafter der Westerwald-Brauerei vor der Brauerei.

Mit viel Leidenschaft, Innovation und Qualitätsdenken will Geschäftsführer und Mitinhaber Jens Geimer auch zukünftig die Marke Hachenburger weiter nach vorne bringen.

Foto: Westerwald-Brauerei

Hachenburg Die Westerwald-Brauerei bietet weit mehr als nur Bier.

Von Doris Kohlhas

Es ist schon ein Erlebnis der besonderen Art, sich auf einen Rundgang durch die unterschiedlichen Gebäude der Westerwald-Brauerei in Hachenburg zu begeben − mit dem Ziel, sich auf dieser Erlebnistour ein eigenes Bild von den Themen zu machen, die Jens Geimer auf seiner Agenda hat. „In der heutigen Zeit zählen sicherlich drei Dinge zu den Schwerpunkten eines Unternehmens“, erklärt der geschäftsführende Gesellschafter der Westerwald-Brauerei. „Das sind in meinen Augen die Digitalisierung, die Nachhaltigkeit sowie das sogenannte Employer Branding.“

„In der heutigen Zeit zählen drei Dinge zu den Schwerpunkten eines Unternehmens: Digitalisierung, Nachhaltigkeit sowie Employer Branding“.
Jens Geimer, geschäftsführender Gesellschafter der Westerwald-Brauerei

Dass das nicht nur leere Worthülsen oder Schlagworte sind, zeigt der Rundgang, der im ältesten Teil der Brauerei, dem Grün‘schen Hof, startet. Von dort gelangt der Besucher über verschiedene Räume in die moderne Welt des 2020 auf den neuesten Stand der Technik gebrachten Sudhauses. Volldigital. Im Vergleich zum alten Brauhaus ist hier eine enorme Arbeitserleichterung geschaffen worden. Das liegt zum einen daran, dass die Mitarbeitenden weniger Stufen zu bewältigen haben und zum anderen an der modernen Technik.

„Für jede Maschine und jeden Schaltkreis sind Pläne in digitaler Form hinterlegt, die Daten für die Mitarbeiter jederzeit am Tablet abrufbar. Und das nicht nur in der Produktion, sondern in der kompletten Warenwirtschaft, der Logistik und im Controlling“, erklärt Braumeister Maik Grün.

Das Sudhaus der Westerwald-Brauerei. Die Tanks sind blau angestrahlt.
Foto: Westerwald-Brauerei

Durch den geschlossenen Kreislauf geht keine Energie verloren. Das ist wichtig, weil Brauen ein energieintensiver Vorgang ist. Die Zutaten für ein Bier werden komponiert, erhitzt, gekocht und dann wieder heruntergekühlt.

Von der eher heißen Atmosphäre des Sudhauses geht es weiter in das von den Temperaturen weitaus angenehmere Reifehaus. Hier „darf sich das Bier sechs Wochen lang ausruhen“ bei milden minus ein Grad Celsius. Stichwort: Slow Brewing.

Wie überall ist auch in der Brauerei die Nachhaltigkeit ein großes Thema. Im Maschinenraum befindet sich eine Biogasleitung. Altwasser aus einer Kläranlage in Hachenburg wird in Biogas umgewandelt und gelangt von dort über eine unterirdische Leitung zur Brauerei. Viele große Anstrengungen und Investitionen in Technik, Fuhrpark und Prozessoptimierung führten dazu, dass das mittelständische Familienunternehmen seinen CO2-Fußabdruck in den letzten zehn Jahren bereits um die Hälfte reduzieren konnte. Im gesamten Unternehmen werden Wertstoffe zu 100 Prozent getrennt und recycelt. Zudem ist die Brauerei seit Oktober 2021 klimaneutral durch Kompensation im ganzen Unternehmen nach Scope 1, 2 und 3 – einer Kategorisierung der Treibhausgasemissionen. Dazu gehört auch der komplett vollelektrische Fuhrpark. Und gerade erst wurde die neue Fotovoltaikanlage auf dem Dach der Lagerhalle zur Energiegewinnung in Betrieb genommen. Das Ziel: spätestens 2030 will die Brauerei klimaneutral aus eigener Kraft sein – also mehr Energie produzieren als verbrauchen.

Die Westerwald-Brauerei von außen im dunkeln. Das Sudhaus ist beleuchtet. Es sehen mehre Menschen vor der Brauerei.
Das „alte“ Sudhaus der Brauerei dient heute als Hachenburger Shop und Anmeldung der Gäste.
Foto: Westerwald-Brauerei/Röder-Moldenhauer

 

Die Tour durch die Hachenburger Brauerei endet schließlich in der Brauwerkstatt. Dort, wo sich die Mitarbeiter nach getaner Arbeit auf ein Feierabendbier zusammensetzen. Auch das kann Bestandteil eines Employer Brandings sein. So trägt das Unternehmen seine eigene Arbeitgebermarke nach innen, indem es auf ein positives Betriebsklima achtet und es bestenfalls vorlebt. Auch das ist in der Westerwaldbrauerei gelebtes Miteinander. „Bier ist ein emotionales Produkt“, weiß Jens Geimer. „Unsere Biere sind eine Marke aus der Region für die Region.“ Und das lässt sich auch auf die Belegschaft übertragen. Nicht zuletzt sind die Mitarbeitenden stolz, in einem umweltfreundlichen, nachhaltigen Unternehmen zu arbeiten.

„Bier ist ein emotionales Produkt. Unsere Biere sind eine Marke aus der Region für die Region.“
Jens Geimer, geschäftsführender Gesellschafter der Westerwald-Brauerei

Als Erfolgsgeheimnis verrät Geimer sein Qualitätsrezept: „Wir brauen mit 100 Prozent Aromahopfen und geben unserem Bier sechs Wochen Zeit, um in Ruhe zu reifen. Und was besonders wichtig ist: Der Westerwald ist nicht nur unsere Heimat, sondern eine Herzensangelegenheit.“

 

Die Westerwaldbrauerei von außen mit dem gläsernen Sudhaus.
In der hochmodernen Brauerei entstehen seit mehr als 150 Jahren nach traditioneller Brauweise Hachenburger Biere mit der konsequent gewachsenen Qualitätsphilosophie: Die Verwendung von 100 Prozent Aromahopfen, das außergewöhnlich weiche Brauwasser sowie die sechswöchige Reifezeit. Aktuell werden elf verschiedene Biere und Biermixgetränke vertrieben.
Foto: Westerwald-Brauerei

Zum Unternehmen
Name: Westerwald-Brauerei, H. Schneider GmbH & Co. KG
Gegründet: 1861
Gründer: Heinrich Schneider
Geschäftsführer: Jens Geimer
Sitz: Hachenburg
Kernkompetenz: Traditionelle Pilsbrauerei, in der 5. Generation im Privatbesitz, sowie Erlebnisbrauerei mit Führungen und Braukursen.
Mitarbeitende: 80

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