Dezember 20, 2024 2 min lesen.
Frauen, Männer und diverse Menschen haben unterschiedliche gesundheitliche Bedürfnisse – doch in der Medizin wird dies noch immer zu wenig berücksichtigt. Geschlechtsspezifische Unterschiede beeinflussen, wie Krankheiten entstehen, welche Symptome auftreten und wie die Behandlung aussieht. Experten berichten, wie sie Gendermedizin in ihrer täglichen Arbeit anwenden.
Dr. med. Peter Flies, Chefarzt der Kardiologie am Evangelischen Krankenhaus Dierdorf/Selters, bestätigt die Unterschiede:
Diese unklaren Symptome führen häufig zu späteren Diagnosen bei Frauen, was die Sterblichkeitsrate erhöht. Auch medikamentöse Nachbehandlungen wie Statine oder Betablocker werden Frauen seltener verschrieben, was die Genesung beeinträchtigt.
PD Dr. med. Andreas Konrad, ärztlicher Direktor der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach, erklärt:
In der Klinik werden Frauen und Männer gemeinsam auf Stationen untergebracht, getrennt nur in den Zimmern. Diese Durchmischung sei „lebensnäher“ und verbessere das soziale Klima. Bei Suchtmedizin zeige sich hingegen, dass geschlechtsspezifische Gruppenangebote oft sinnvoller sind, da Männer Schwächen unter Gleichgeschlechtlichen eher offenbaren.
Die Barmer Krankenkasse kritisiert, dass die Medizin sich noch immer zu stark am männlichen „Durchschnittsmenschen“ orientiert. Frauen seien jedoch „keine kleineren, leichteren Männer“. Studien, Forschung und Lehre müssten daher genderspezifische Aspekte stärker berücksichtigen.
Die Lösung liegt bereits in der Ausbildung: Ab 2025 soll die neue Approbationsordnung geschlechtsspezifische Medizin verpflichtend in den Lehrplänen integrieren. Ziel ist eine gerechtere und qualitätsorientierte Versorgung, die auf die unterschiedlichen Bedürfnisse aller Geschlechter eingeht.
Die Anerkennung geschlechtsspezifischer Unterschiede in der Medizin ist entscheidend, um Krankheiten frühzeitig zu erkennen und richtig zu behandeln. Die Integration von Gendermedizin in Forschung, Lehre und Praxis verbessert die Versorgung und rettet Leben.
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