Geld & Erfolg | Zukunftsorientierte Abwasserreinigung

August 25, 2023 3 min lesen.

Eine Maschine an der Fotokatalyse betrieben wird - hier werden durch Licht chemische Reaktionen angeregt.

Bei der Fotokatalyse werden durch Lichtanregung chemische Reaktionen ausgelöst. Im Kontext der Wasseraufbereitung für die Landwirtschaft bietet die Zahnen Technik GmbH Industrie und Kommunen entsprechende Pilotanlagen. Das Unternehmen ist Mitglied des Ecoliance Rheinland-Pfalz e. V. – ein Zusammenschluss führender Köpfe der rheinland-pfälzischen Umwelttechnikbranche.

Foto: Kathrin Kläsges Fotografie

Ecoliance Moderne Klärwerkstechnik kann Lösungen für drängende Wasserprobleme beispielsweise in der Landwirtschaft bringen. Akteure vernetzen 
sich auch grenzüberschreitend und tauschen sich über innovative Umwelttechnologien aus.

Gastbeitrag von Thomas Pornschlegel

Durch die intensive landwirtschaftliche Nutzung in Rheinland- Pfalz und durch hochindustrialisierte Regionen im Land sind die Wasserressourcen großen Belastungen unterworfen. Auch wenn der Grundwasserkörper in Rheinland- Pfalz weitestgehend einen guten Zustand aufweist, sind dennoch in Regionen mit schützenswerten Gewässern und hohen Belastungen stärkere Anstrengungen notwendig, um die Grundwasserqualität zu verbessern.

Zur Reinigung der Abwässer werden in den Kläranlagen mechanische, biologische und chemische Verfahren eingesetzt. Diese sind aber auf die Probleme von Mikroverunreinigungen durch Arzneimittelrückstände, Mikroplastik und Pestizide nicht ausgelegt. Daher werden sie mit weiteren Abwasserreinigungsverfahren, der sogenannten vierten Reinigungsstufe, ausgerüstet, beispielsweise durch den Einsatz von Aktivkohle oder neuartigen Verfahren zur Mikroplastikelimination oder durch den Einsatz von einer Fotokatalyse.

Mikroplastik auf einem Finger
Die herkömmlichen mechanischen, biologischen und chemischen Verfahren zur Reinigung von Abwässern können dem wachsenden Problem von Mikroplastik im Grundwasser nicht beikommen. Die sogenannte vierte Reinigungsstufe bietet Hoffnung.
Foto: Pcess609/stock.adobe.com

Das Ecoliance-Mitglied Zahnen Technik GmbH ist mit mehr als 140 Beschäftigten im Bereich der Wasser- und Abwassertechnik seit mehr als 30 Jahren tätig und hat mehrere Anlagen im Verbreitungsgebiet der Wirtschaftszeitung teilweise oder komplett realisiert: das Regenrückhaltebecken Erbach im Rhein-Hunsrück- Kreis, das Regenüberlaufbecken Altenkirchen sowie die Kläranlagen in Koblenz und in Neuwied. Über den Anlagenbau hinaus werden viele ganzheitliche und innovative Lösungen angeboten. Eine eigene Research & Development- Abteilung entwickelt containerbasierte, modulare Plugand- Play-Lösungen. Durch diese können aus den gereinigten Abwässern zusätzlich Phosphor, Mikroplastik und Spurenstoffe wie Arzneimittel sowie Pflanzenschutzmittel zu mehr als 80 Prozent eliminiert und entfernt werden.

Das Verfahren zur Pflanzenschutzmittelelimination arbeitet erstmalig mit der Fotokatalyse im Kontext der Wasseraufbereitung für die Landwirtschaft. Pilotanlagen können für Industrie und Kommunen kurzfristig und flexibel installiert werden.

Ein Alleinstellungsmerkmal ist die Online-Plattform „ISO by zahnen“ (Der Begriff ISO steht hier für Individuelle Standard Optimierung). „ISO by zahnen“ unterstützt den Anwendenden als digitalen Mitarbeitenden mit 24/7- Verfügbarkeit und stellt hier das gesamte Wasserwissen der letzten Jahrzehnte der Zahnen Technik zur Verfügung. Die Onlineplattform unterstützt von der Planung über die Ausschreibung und den Bau bis zur Übergabe der Dokumentation einer abwassertechnischen Anlage. Es können automatisch Unterlagen und Software aus der Cloud heraus konfiguriert und generiert werden. Verschiedene Nutzende wie zum Beispiel Anlagenbetreibende und Ingenieurbüros können durchgängig im Projektverlauf mit ISO arbeiten.

Eindruck aus einem Labor, 2 Wagen mit Reagenzgläsern und einer Hand mit einem ein blauen Handschuh, die in einem dritten Glas rührt.

In der hauseigenen Research & Development-Abteilung entwickelt die Zahnen Technik GmbH Verfahren, mit denen aus den Abwässern auch Phosphor, Mikroplastik und Spurenstoffe wie Arznei- oder Pflanzenschutzmittel zu mehr als 80 Prozent beseitigt werden können.

Foto: Kathrin Kläsges Fotografie

Der Cluster Ecoliance e. V. mit Sitz am Umwelt-Campus Birkenfeld ist Partner bei einem EU-Vorhaben zur intelligenten und nachhaltigen Wassernutzung mit Fokus auf dem globalen Süden (eu- Water4i-SD). Hierdurch können gegebenenfalls Märkte für die ISO-Plattform erschlossen werden. Daher werden Ecoliance e. V. und der Umwelt-Campus Birkenfeld als Projektpartner im ab 2024 geplanten Folgeprojekt „Greater Green+“ (welches in der Großregion Saarland – Lothringen – Luxemburg – Wallonie den Austausch fördert) diesen innovativen Ansatz ins grenzüberschreitende Netzwerk einbringen.

Cluster Ecoliance RLP und Greater Green

Im vom Ministerium für Klima, Umwelt, Energie und Mobilität(MKUEM) ins Leben gerufenen Cluster Ecoliance Rheinland-Pfalz e. V.mit Sitz am Umwelt- Campus Birkenfeld arbeiten führende Köpfe aus Wirtschaft, Stadtwerken und Forschung an Innovationenin den Bereichen dezentrale Energiesysteme, Energieeffizienz, Kreislaufwirtschaft und Wasser. Die Zusammenarbeit führt zu Synergien,zum Beispiel einer Reduzierung des Energieverbrauchs in Abwasserbehandlungsanlagen.

Auch in die Großregion Saarland – Lothringen – Luxemburg – Wallonie hinein ist dank der EU-Interreg- und MKUEM-Förderung eine Vernetzung mit entsprechenden Clustern und Akteuren gelungen. Unter dem Titel „Greater Green“findet hier ein Austausch zu neuesten Entwicklungen im Bereich Technologien, regulatorische Vorgabenund der Planung gemeinsamer Projekte(Beispiel: Holzbau, Verpackungsrecycling) statt.

Der Umwelt-Campus Birkenfeldder Hochschule Trier hat die Vernetzungsaktivitäten mit zahlreichen Partnern seit 2016 federführend betreut. Aktuell ist unter Leitung der französischen Innovationsagentur Grand E-nov+ein deutlich umfassenderes Folgevorhaben im Antragsverfahren.

Diplom-Volkswirt Thomas Pornschlegel bietet unter dem Namen RegioFuturi Beratungsleistungen zu nachhaltiger Regionalentwicklung
Foto: Hochschule Trier – Umwelt-Campus Birkenfeld

Zu RegioFuturi

Diplom-Volkswirt Thomas Pornschlegelbietet unter dem Namen RegioFuturiBeratungsleistungen zu nachhaltiger Regionalentwicklung sowie zu EU-Fördermitteln an. Zu seinen Klienten zählen auch Ministerien. Dabei sind flächenschonende Ansätze,die auch den ÖPNVeinbinden, sowie einfache Verwaltungsverfahrenein besonderer Schwerpunkt. Regiofuturi hat innerhalb Deutschlands Beratungsleistungen erbracht für Regionen in Sachsen, Mecklenburg- Vorpommern und Rheinland- Pfalz; außerdem in Frankreich, fast sämtlichen EU-Beitrittsländern und den GUS-Staaten. Weltweit hat Regiofuturi Einsätze im Bereich der Exportförderungbegleitet. Derzeit betreut Regiofuturi ein Vorhaben für das Ministerium für Klima, Umwelt, Energie und Mobilität Rheinland-Pfalz (MKUEM).


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