Dezember 20, 2024 2 min lesen.
Der Krankenstand in Deutschland hat im Sommer und Herbst 2024 neue Höchstwerte erreicht. Laut der Krankenkasse DAK stiegen die Krankschreibungen in Rheinland-Pfalz im dritten Quartal um 9,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Trotz kürzerer Krankheitsdauern stellen die hohen Ausfälle viele Unternehmen vor massive Herausforderungen, vor allem angesichts des bestehenden Fachkräftemangels.
Dr. Claus Michelsen, Chefvolkswirt des Verbands der forschenden Pharmaunternehmen, zeigt die wirtschaftlichen Folgen auf: „Ohne den hohen Krankenstand hätte die deutsche Wirtschaft 2023 knapp 26 Milliarden Euro zusätzlich erwirtschaftet.“ Über zwei Jahre hinweg summieren sich die Verluste auf 50 Milliarden Euro oder 1,6 % der Wirtschaftsleistung.
Unternehmen wie die Hahn Automation Group GmbH und HB Protective Wear haben erkannt, dass präventive Maßnahmen entscheidend sind, um den Krankenstand zu senken.
Kai Uta Monreal, HR-Managerin von HB, bestätigt: „Der Erfolg zeigt sich in einem Krankenstand, der deutlich unter dem Trend liegt.“
Maßnahmen wie Anwesenheitsprämien haben sich hingegen als wenig effektiv erwiesen. Eine Studie von Timo Vogelsang, Associate Professor an der Frankfurt School of Finance, zeigt, dass Bonuszahlungen oder zusätzliche Urlaubstage bei längerer Anwesenheit sogar zu mehr Fehltagen führten.
Stattdessen seien Wertschätzung und regelmäßige Gespräche mit Mitarbeitenden wesentlich wirksamer, um die Motivation zu steigern und Erkrankungen zu reduzieren.
Der Rekordkrankenstand fordert Unternehmen heraus, innovative Lösungen zu implementieren. Betriebliches Gesundheitsmanagement, flexible Angebote für physische und mentale Gesundheit sowie Wertschätzung für Mitarbeitende tragen entscheidend dazu bei, Fehlzeiten zu reduzieren und die Produktivität zu sichern.
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