Zu viel, zu eng, zu laut! – Overtourism im Fokus

Oktober 25, 2024 2 min lesen.

Überfüllter Strand in einer beliebten Urlaubsdestination mit dicht an dicht gedrängten Sonnenschirmen und Touristen, die das Ufer und den Strandbereich stark bevölkern. Symbolisiert die Überlastung durch Massentourismus.

Overtourism: Überlastung durch Touristenströme

Overtourism beschreibt das Phänomen, dass immer mehr Touristen beliebte Reiseziele überlasten. Beliebte Urlaubsregionen wie Mallorca, Santorin oder Venedig kämpfen bereits seit Jahren gegen die negativen Auswirkungen, die Massentourismus auf die Umwelt, Infrastruktur und die einheimische Bevölkerung hat. In Palma de Mallorca demonstrierten im Sommer 2023 über 20.000 Menschen gegen die Touristenmassen, die zur Wohnungsnot, Lärmbelästigung und Überforderung der Städte führen.

Ein Wirtschaftsproblem: Tourismus als Einnahmequelle

Der Tourismus ist gleichzeitig eine wichtige Einnahmequelle. Länder wie Griechenland und Spanien sind stark auf die Tourismusbranche angewiesen. Dies macht es schwer, klare Lösungen zu finden, die sowohl die lokale Bevölkerung entlasten als auch den wirtschaftlichen Nutzen des Tourismus erhalten. Besonders betroffen sind Regionen, die ein hohes Verhältnis von Touristen zu Einheimischen aufweisen. Auf den Balearen zum Beispiel kommen auf 1,2 Millionen Einwohner rund 18 Millionen Besucher pro Jahr.

Touristengruppen vor einer historischen Sehenswürdigkeit in Venedig, bei der Touristenmengen die Szenerie dominieren. Das Bild zeigt die Auswirkungen von Overtourism auf kulturelle Hotspots.

Maßnahmen gegen den Massentourismus

Einige Städte haben bereits Maßnahmen ergriffen. Venedig hat beispielsweise eine Eintrittsgebühr für Touristen eingeführt, und Barcelona plant, ab 2028 die Vermietung von Wohnungen über Airbnb zu verbieten. Diese Maßnahmen zeigen jedoch nur begrenzte Erfolge. Reiseveranstalter wie DER Touristik und Alltours versuchen, nachhaltigere Konzepte zu fördern. Sie bieten Reisen abseits der touristischen Hotspots an und fördern die Nebensaison, um die Touristenströme besser zu verteilen.

Sensibilisierung der Reisenden

Reiseveranstalter haben die Verantwortung, die Touristen für die Problematik des Overtourism zu sensibilisieren. Laura Steden von DER Touristik betont, wie wichtig es ist, den Kunden alternative Reiseziele aufzuzeigen und gleichzeitig den nachhaltigen Tourismus als Motor für die regionale Wirtschaft zu fördern. Zu den Maßnahmen gehören auch das Angebot von Reisen in weniger frequentierte Destinationen wie den Oman oder die griechischen Inseln Lefkada und Naxos.

Fazit: Gemeinsam Lösungen finden

Overtourism lässt sich nicht durch eine einzelne Maßnahme lösen. Es erfordert ein Zusammenspiel zwischen Reiseveranstaltern, Destinationen und Reisenden. Nur durch die Zusammenarbeit aller Beteiligten kann es gelingen, den Tourismus zukunftsfähig zu gestalten und gleichzeitig die Lebensqualität in den betroffenen Regionen zu erhalten.


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